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Die Entwicklungsgeschichte, verfasst von unserem muslimischenVorsitzenden Bayram Tasdögen (Das Projekt ist heute „abgeschlossen“,das „Haus Abraham e.V.“ bildet einen eigenständigen und unabhängigenVerein): Die Entstehung und Entwicklung der Idee eines Haus Abrahams lässtsich grob in fünf Phasen unterteilen, die im Folgenden beschriebenwerden sollen:
Entstehung des Gedankens eines Haus AbrahamsSeit jeher war es ein Traum der Christlich-Islamischen Gesellschaft Region Stuttgart, das erste jüdisch-christlich-islamische „Haus Abraham“ in Deutschland zu errichten. Aus unseren reichen Erfahrungen aus dem interreligiösen Dialog wussten wir, dass interreligiöse Veranstaltungen bisher meistens entweder in Kirchengemeinden, Moscheegemeinden oder in anderen Räumlichkeiten einer der beteiligten Religionsgemeinden stattfinden. Ohne diese Orte, ihren Beitrag für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft und ihre Bedeutung im Leben der Menschen abwerten zu wollen, fiel uns jedoch auf, dass diese Orte meistens einseitig „vorgeprägt“ sind und es gerade denen, die im Dialog nicht geübt sind und somit Berührungsängste haben, oft schwer fällt, ihre Ängste zu überwinden und diese Ort aufzusuchen. So entsprang der Gedanke, dass es in unserer Gesellschaft eigentlich eines Ortes bedarf, der den Anhängern der drei monotheistischen Religionen – Juden, Christen und Muslimen – gleichermaßen gehört und mit dem sie sich gleichermaßen identifizieren können. Immer wieder, wenn wir uns im Laufe der Zeit tiefer über unsere Religionen unterhielten, stießen wir auf Abraham und seine Familie. Schon bald merkten wir, dass Abraham, der am Anfang von Judentum, Christentum und Islam steht, für die Anhänger dieser Religionen einen hohen Stellenwert besitzt. Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als dem „Stammvater“ und sehen in ihm und seiner Familie ein Vorbild für uneingeschränktes Gottesvertrauen, für Gastfreundschaft, Fürsorge und für Mut, alteingesessene Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen. Auch wenn der jeweilige Bezug zu Abraham unter Juden, Christen und Muslimen ein unterschiedlicher sein mag, sahen wir in dieser Verwandtschaft einen Segen und eine Chance, durch Besinnung auf unsere gemeinsamen Wurzeln Frieden in Respekt und Vielfalt zu fördern. Das Thema um Abraham bildete bald einen Schwerpunkt unseres interreligiösen Engagements und manifestierte sich unter anderem durch das erste jüdisch-christlich-muslimische „Abrahamsfest“, das wir im Jahr 2000 im Kultur- und Kongreßzentrum Filharmonie veranstalteten. Also lag es auch nicht weit, den Ort der Begegnung, den wir uns für Juden, Christen und Muslime wünschten, in Anlehnung an unseren gemeinsamen „Stammvater“, „Haus Abraham“ zu nennen. Das „Haus Abraham“ sollte ein Ort der Begegnung und des Gesprächs sein. Ein Ort in dem sich Juden, Christen und Muslime auf gleicher Augenhöhe, in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts begegnen und austauschen. Ganz der Gastfreundschaft Abrahams, sollte dieser Ort jedoch für jeden am Dialog Interessierten, egal welchen Glaubens, offen stehen. |