...Wir wollen Verständniss füreinander wecken und im Guten miteinander wetteifern, weil mit einem "Gegeneinander" keine gute Zukunft möglich ist!
 
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Reise durch die Religionen 2010
Europawoche - Rede von Michael Muhammad Hanel PDF Drucken

Europawoche - Podiumsgespräch am 8. Mai 2000 im Stuttgarter Rathaus
Juden, Christen und Muslime - Gemeinsam Europa bauen!?

Rede von Michael Muhammad Hanel,
2. Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs

Meine ganze Zuflucht nehme ich bei dem Allmächtigen GOTT vor dem Üblen und Bösen. Im Namen Gottes, des Allerbarmers und jedem Gnädigen. Gepriesen sei Gott, der Herr der Welten! Und der Segen Gottes sei auf all Seinen vorzüglichen Dienern und deren Gefährten!

Sehr geehrte Vorsitzende, geschätzte Gäste im Saal und am Podium! Lassen Sie mich beginnen mit einem Vers aus dem Qur'an, in dem Gott der Erhabene spricht:

"Diese eure Gemeinschaft ist eine einheitliche Gemeinschaft; und Ich bin euer Herr, darum dient (nur) Mir".[21:92]

Leben wir heute nicht in einer Zeit, in welcher die Menschen auf der ganzen Welt nach äußerem und innerem Frieden dürsten, wie noch kaum in einem anderen Zeitabschnitt?
In ihrer langen Geschichte hat die Menschheit nun vielleicht begonnen zu begreifen, daß Morden und Ausbeutung, der Übergriff auf die Rechte anderer zu nichts führt als letztlich zur individuellen wie globalen Katastrophe. Zu nichts anderem als zu wüster Leere. Einer Leere, die sich nicht nur ausdrückt in totem Gewässer, wertlosen Lebensmitteln, spiritueller Armut und leerem Gewäsch, pausenlos im Äther wiederholt auf tausenden Frequenzen.
Die Menschen wünschen den Frieden, sehnen sich nach Frieden aus tiefem Herzen. Ein Wunsch den Gläubige einander täglich, millionenmal ans Herz legen. Doch ist der Mensch, denn auf jeden einzelnen kommt es an, tatsächlich bereit, für die Verwirklichung auch das Seine zu tun?
Eine der Segnungen, welche der Erhabene Gott Seinem Gesandten Muhammad (a.s.) auftrug über die Erde zu bringen war es, die geistige Aufsplitterung und die spirituelle Trennung unter den Menschen zu überwinden und zu verhindern und die ursprüngliche Einheit in Erinnerung zu rufen und zum Erklingen zu bringen. Diese spirituelle Vereinigung zu erreichen, dazu fordert der Qur'an auf - ja er weist ihn als den einzigen, natürlichen -geraden - Weg zu einem erfüllten Leben.
Der eben zitierte Vers meint nicht die Christen exklusiv, oder die Juden (denn waren zur Zeit Christi a.s. die Christen nicht doch Juden?) - und schon sind die Grenzen verschwommen, nicht mehr eindeutig zu ziehen - nein, dieser Vers spricht die ganze Menschheit an - als EINE UMMA also EINE GEMEINSCHAFT. Reicht doch die Wurzel dieses Wortes auf den Begriff "UMM" zurück, was soviel wie Mutter bedeutet und eine emotionale Verbindung zu Freundlichkeit, Wärme, herzliche Zuwendung und Selbstlosigkeit schafft.

Diese begriffliche Tradition wird durch den Vers 2/213 bestätigt

"Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Allah die Propheten als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und Er offenbarte ihnen das Buch mit der Wahrheit, um zwischen den Menschen zu richten über das, worüber sie uneins waren. Uneins aber waren nur jene, denen es gegeben Prowurde, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren, aus Mißgunst untereinander. Doch Allah leitet mit Seiner Erlaubnis diejenigen, die gläubig sind, zur Wahrheit, über die sie uneins waren. Und Allah leitet, wen Er will, auf einen geraden Weg.[2:213]

und weiter

O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.[49:13]

Diesem Text des Qur'ans folgend, können die Menschen die Sicht Gottes wohl erken-nen, welcher nur EINE einzige menschliche Gesellschaft – sozusagen - "im Auge hat.
Jede Art von Verunsicherung, Disharmonie, soziale Destabilisierung dieser oder Ungleichheit innerhalb dieser "family of men" ist zu verurteilen und stellt gewissermaßen eine Auflehnung und einen Gesetzesbruch dar. Die Entwicklung einer menschlichen Gemeinschaft gemäß dieser qur'anischen Anweisungen muß auf einer soliden, gesellschaftspolitischen Grundlage geschehen, welche durch das faktische Leben und Wirken aller Propheten geschaffen wurde und im schönen Vorbild des Propheten Muhammad (a.s.) seine jüngste, endgültig harmonische, im Einklang mit dem Willen Gottes stehende und leicht nachvollziehbare Ausprägung fand.
Der Geliebte Gottes hinterließ in seinem Nachlaß folgende Worte:

"Euer Gott ist EINER und ihr seid alle aus dem Geschlecht eines Vaters, das ist aus dem Geschlechte Adams; und Adam war aus Ton-Erde" (Ibn Hanbal 411,5)

In diesem Sinne spreche ich auch zu Ihnen, sehr geehrte Gäste am Podium, sehr geschätzte Gäste im Saal als ein "waschechter TERRANER" - und wünsche den Kindern Evas und Adams - in geziemender Höflichkeit - daß sie sich mit aller Kraft im wahrhaften Wettkampf miteinander engagieren wollen - nämlich gemäß der qur'anischen Anweisung:

"Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret."[5:48]

 
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